|
Das Werkbrett oder der Arbeitstisch, in Pforzheim auch einfach Goldschmiedsbrettle genannt ist das Herz jeder Goldschmiede. Hier wird gelötet, gefeilt, gesägt und geschmiedet. Hier werden mit Geduld, Präzision und handwerklichem Geschick die verschiedensten Metalle und Materialien verarbeitet. Ins Auge fällt zuerst diese komische halbrunde Aussparung an der ich sitzte. In der Mitte befindet sich der Feilnagel, der in die Kante des Arbeitbrettes eingepasst ist. Dieser kleine Keil aus Hartholz dient zum Anlegen beim Feilen, Sägen und Bearbeiten der Schmuckstücke. Unter der Aussparung ist das sogenannte Brettfell befestigt, dort werden edelmetallhaltige Sägespäne und Feilabrieb, die sogenannte Feilung aufgefangen. Auf dem Werkbrett steht die Lötkohle, rechts daneben mein Lötgerät und über mir ist der Hängebohrer mit biegsamer Welle befestigt.
|
|
 |
|
...setzt sich seit ihrer Kindheit mit dem Thema Schmuck auseinander. Birli wuchs in einer Familie heran, die seit Generationen Goldschmiede, Silberschmiede, Uhrmacher oder Schneider hervorbrachte. Mit 8 Jahren bog sie aus einem Stück Messingdraht ihre erste Brosche. Sägen, bohren, löten, polieren, zeichnen, kreativ sein - war nichts Außergewöhnliches. Dennoch kam sie erst auf Umwegen, nach einigen Semestern BWL-Studium, zum Goldschmiedehandwerk, das auch nur als Zwischenstation dienen sollte, auf dem Weg zur Restauratorin. Fingerfertigkeit, Geduld, aber auch Fantasie und künstlerische Fähigkeiten war dann doch genau das, was sie suchte.
|
|
 |